Presse
Pressemitteilung vom 14.09.2023
Erwachsene Konsumenten respektieren - Jugendschutz zielgerichtet stärken
Erwachsene Tabakkonsumenten respektieren – Jugendschutz zielgerichtet stärken
Tabakbranchenverbände mahnen Zurückhaltung durch die Politik an
Dortmund, 14. September 2023 – Anlässlich der Eröffnung der Leitmesse InterTabac heute in Dortmund forderten die Vertreter der Branche für Tabakwaren und neuartige Nikotinprodukte eine Politik, die den mündigen, erwachsenen Konsumenten mehr Vertrauen und Respekt entgegenbringt, den Jugendschutz zielgerichtet stärkt und die Belange der Unternehmen und Beschäftigten einer vielfältigen Branche entschiedener berücksichtigt.
Weitgehende Werbeverbote, Steuererhöhungen, Verbot von Aromen – Hersteller, Handel und auch die Konsumenten von Tabakwaren, E-Zigaretten und anderen Nikotinprodukten mussten sich zuletzt in Deutschland auf eine Vielzahl neuer Vorgaben und Beschränkungen einstellen. Mit von der Brüsseler EU-Kommission vorbereiteten Anpassungen der EU-Tabaksteuer- und EU-Tabakproduktrichtlinien drohen bereits weitere empfindliche Verschärfungen. In Berlin fordern Politiker von SPD und Bündnis 90/Die Grünen zusätzliche Werbeverbote und ein Aus für Aromen in E-Zigaretten.
Vor diesem Hintergrund forderte Hauptgeschäftsführer Michael von Foerster vom Verband der deutschen Rauchtabakindustrie (VdR) eine verstärkte Rückbesinnung auf das Leitbild des mündigen Verbrauchers: „Ein informierter Erwachsener, der sich eine Zigarette dreht, eine Zigarre genießt, Pfeife raucht oder Schnupftabak konsumiert, hat das Recht, dies ohne staatliche Bevormundung durch neue Schikanen und Gängelungen zu tun.“ Statt des Weiterdrehens der Regulierungsschraube sei nicht nur im Tabakbereich ein größeres Vertrauen in aufgeklärte Konsumentenentscheidungen dringend notwendig.
Die Befürworter neuer Tabakwerbeverbote verweisen auf einen vermeintlichen Anstieg der Raucherzahlen insbesondere unter Minderjährigen in Folge der Corona-Krise. Diesen Ergebnissen der sogenannten DEBRA-Studie widerspreche der deutliche Rückgang des Zigarettenabsatzes um mehr als 8 Prozent im vergangenen Jahr erklärte Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE), der eine solide, belastbare Faktenlage als Voraussetzung einer erneuten Regulierungsdebatte anmahnte: „Weitreichende politische Entscheidungen können nicht auf Grundlage einer Umfrage diskutiert werden, die angesichts geringer Stichprobengröße keine Aussagekraft hat und einer Überprüfung nicht standhält.“
Mücke machte deutlich, dass Tabakwaren, E-Zigaretten und andere Nikotinprodukte nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen gehören. Man unterstütze eine zielgerichtete Stärkung des Jugendschutzes, etwa durch eine intensivere Kontrolle des Abgabeverbots dieser Produkte an Minderjährige. Willkürliche Verbote hingegen brächten keinen Mehrwert für den Jugendschutz und wären letztendlich kontraproduktiv, so BVTE-Hauptgeschäftsführer Mücke: „Wer Aromen in E-Zigaretten verbietet, hält Jugendliche nicht von Nikotin fern, sondern verhindert einzig den Umstieg erwachsener Raucher auf diese schadstoffarmen Alternativprodukte.“
Bodo Mehrlein, Geschäftsführer des Bundesverbands der Zigarettenindustrie, forderte – auch angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation, in der sich Deutschland weiterhin befinde –, die Unternehmen der Branche, die in Industrie und Handel direkt, indirekt und induziert die Beschäftigung von rund 350.000 Menschen[i] sichern, nicht durch zusätzliche Maßnahmen weiter zu strangulieren. So stehe die mittelständisch geprägte Zigarrenindustrie bereits vor der Herausforderung, bis 2024 ein kostspieliges Rückverfolgungssystem zur Überwachung der Lieferkette zu installieren, erläuterte Mehrlein: „Die Mittelständler müssen sehr viel Geld für eine Maßnahme in die Hand nehmen, die dem Ziel der Bekämpfung des Tabakschmuggels in keiner Weise gerecht wird, da für Zigarren und Zigarillos kein signifikanter Schmuggel bekannt ist.“ Er betonte zudem, dass diese Produkte laut offiziellen Statistiken meist nur gelegentlich von Konsumenten gehobenen Alters geraucht werden und auch kein Einstiegsprodukt darstellen.
Der Tabakwaren-Handel steht weiterhin massiv unter dem Druck explodierender Kosten und geringer Erträge, so dass die Wirtschaftlichkeit vieler Standorte gefährdet sei. Torsten Löffler, Präsident des Bundesverbands des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) warnte eindringlich vor weiteren Belastungen der Kleinunternehmer: „Wer ein Tabakwerbeverbot in den Geschäften fordert, will ein Kommunikationsverbot für legale Produkte, verhindert Wettbewerb sowie Vielfalt und gefährdet damit die Existenz der Betriebe und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter.“ Der Fachhandel gewährleiste eine konsequente Durchsetzung des Jugendschutzes und müsse deswegen gestärkt und zukunftsfest gemacht werden.
[i] S&P Global: The economic footprint of traditional tobacco and new nicotine products. Contributions to the EU-27 in 2021, Economic impact analysis, April 2023, Internet
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Pressemitteilung vom 01.08.2023
Zigaretten-Sammelbehälter für Egelsbach
Unterstützung für Egelsbach im Rahmen der BVTE-Kampagne „Ich rauche & achte auf die Umwelt“ / Gemeinsamer Appell zur verantwortungsvollen Entsorgung von Zigarettenmüll
(Egelsbach/Berlin, 01.08.2023) Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) mit Hauptgeschäftsführer Jan Mücke hat am 4. August um 11 Uhr neben dem Rathaus im Rahmen der BVTE-Kampagne „Ich rauche & achte auf die Umwelt“ vier Sammelbehälter für Zigarettenabfälle sowie Taschenaschenbecher persönlich an Tobias Wilbrand, den Bürgermeister der Gemeinde Egelsbach, übergeben. Ziel dieser Unterstützung und gemeinsames Anliegen ist die Verbrauchersensibilisierung. Künftig soll weniger Zigarettenmüll in der Umwelt liegen.
Nicht alle Raucherinnen und Raucher entsorgen ihre Zigarettenabfälle unterwegs ordentlich in Abfallbehältern, wenn sie auf der Straße, im Park oder Freibad rauchen. Oft geschieht dies aus Gedankenlosigkeit oder aufgrund fehlender Entsorgungsmöglichkeiten. Vielen ist zudem gar nicht bewusst, dass sie durch das achtlose Wegwerfen von Zigarettenabfällen die Umwelt verschmutzen und auch eine Ordnungswidrigkeit begehen.
Der BVTE macht sich für eine höhere Verbrauchersensibilisierung stark, um zu einer nachhaltigen Verbesserung des Littering-Problems beizutragen. Seit Kampagnenstart 2020 wurden bundesweit bisher eine knappe halbe Million Taschenaschenbecher sowie Plakate und Flyer verteilt, u.a. über die Strandkorbvermieter an der Ostsee. Mit Taschenaschenbechern und auch Sammelbehältern für besondere Hot Spots soll ein zusätzlicher Anreiz zur verantwortungsvollen Entsorgung geboten werden.
Künftig werden Hersteller von Filterzigaretten auf Grundlage einer EU-Richtlinie zur Kostenübernahme für Säuberungs- und Entsorgungsmaßnahmen verpflichtet. Aus BVTE-Sicht wird das allein jedoch nicht zu einer nachhaltigen Verringerung der Umweltverschmutzung führen. Man werde bei der Bekämpfung des Littering-Problems nur erfolgreich sein, wenn durch vielfältige Sensibilisierungsmaßnahmen auf das Verhalten uninformierter oder uneinsichtiger Konsumenten eingewirkt wird.
Eine Möglichkeit ist mitunter auch eine Optimierung der kommunalen Infrastruktur (Abfallbehälter für Zigarettenkippen) und ein konsequenter Vollzug bestehender ordnungsrechtlicher Bestimmungen. Somit können Städte und Gemeinden an diesen Stellen ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Verschmutzungsproblems leisten.
So wird in Egelsbach an Aktionstagen zweimal jährlich Müll von vielen freiwilligen Helfern gesammelt. Bei der Aktion Sauberes Egelsbach stellen die Beteiligten immer wieder fest, dass weggeworfenen Kippen einen wesentlichen Anteil am Müllaufkommen im Ort darstellen. Vor diesem Hintergrund hat die Egelsbacher Gemeindevertretung in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause auf Antrag der Grünen beschlossen, den Gemeindevorstand zu beauftragen, die Möglichkeit der Einführung eines Recyclingsystems für Zigaretten in Egelsbach zu prüfen, für das gesonderte Sammelcontainer aufgestellt werden müssten.
Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde nun in einem ersten Schritt den Antrag auf Unterstützung durch den Bundesverband der Tabakindustrie gestellt. Darüber hinaus appelliert Bürgermeister Tobias Wilbrand an alle Bürgerinnen und Bürger, Müll und besonders auch Zigarettenabfälle verantwortungsvoll zu entsorgen, erst recht auch jetzt im Sommer bei höheren Temperaturen. Aufgrund trockener Bodenverhältnisse kann es bei jeglicher Unachtsamkeit schnell zu Bränden kommen. Bereits eine einzige weggeworfene noch nicht erloschene Zigarette kann ein verheerendes Feuer verursachen. Eine intakte und saubere Umwelt ist die Grundvoraussetzung für eine lebenswerte Gemeinde und sollte im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger sein.
Die neuen Sammelbehälter werden künftig im Freibad und neben dem Rathaus hängen. Geplant sind gegebenenfalls weitere Standorte im Ort.
Kontakte für Rückfragen:
Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse e.V. (BVTE)
Jan Mücke
Hauptgeschäftsführer
Georgenstraße 25
10117 Berlin
Tel. +49 30 88 66 36-0
Mobil +49 151 180 422 35
presse@bvte.de
www.achteaufdieumwelt.de
Gemeinde Egelsbach
Margit Saper-Ohmann
Stabsstelle Wirtschaftsförderung & Öffentlichkeitsarbeit
Freiherr-vom-Stein-Straße 13
63329 Egelsbach
Tel. +49 6103405-131
presse@egelsbach.de
www.egelsbach.de
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Pressemitteilung vom 22.06.2023
BVTE kritisiert Aromenverbot für Tabakerhitzer / „Bundesregierung muss Konzept der Risikoreduzierung endlich ernst nehmen“
(Berlin, 22.06.2023) Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse BVTE kritisiert das geplante Verbot charakteristischer Aromen für erhitzten Tabak. Am Abend wird der Bundestag das Dritte Änderungsgesetz zum Tabakerzeugnisgesetz mit weitreichenden Einschränkungen für erhitzten Tabak beschließen. Damit setzt Deutschland eine EU-Richtlinie in nationales Recht um.
„Die gravierende Gesetzesverschärfung für Tabakerhitzer ist ein erheblicher Rückschlag für das Konzept der Risikoreduzierung beim Genuss von Nikotinprodukten. Wenn Tabak nicht mehr bei 800 bis 900 Grad Celsius verbrannt, sondern nur noch bis zu 300 Grad Celsius erwärmt wird, können kanzerogene Schadstoffe, die nur bei Verbrennungsprozessen entstehen, von vornherein vermieden werden. Aromen in Tabakerhitzersticks sind sehr beliebt und leisten einen großen Beitrag beim Umstieg auf potenziell risikoreduzierte Tabakerzeugnisse. Ausgerechnet diese Produkte werden nun vom Gesetzgeber mit Zigaretten in einen Topf geworfen“, kritisierte der Hauptgeschäftsführer des BVTE Jan Mücke heute in Berlin.
Tabakerhitzer gewinnen zunehmend Akzeptanz bei Rauchern als potenziell risikoreduzierte Alternative zur Zigarette. Sie werden fast ausschließlich von ehemaligen Rauchern genutzt und sind deutlich weniger schädlich als konventionelle Zigaretten. Ihr Marktanteil liegt bei nunmehr fast 4 Prozent am Gesamttabakmarkt in Deutschland.
„Mit dieser Regelung erweist der Gesetzgeber dem in der Suchtbekämpfung bewährten Prinzip der Risikoreduzierung einen Bärendienst“, kritisierte Mücke weiter. „Besonders fatal ist die Nichtanwendung dieses Prinzips bei der Regulierung für die tabakfreien Nikotinbeutel. Es ist unbestritten, dass Nikotinpouches die am wenigsten schädliche Option für den Genuss von Nikotin sind. Die Bundesregierung muss Tobacco Harm Reduction endlich ernst nehmen“, empfahl er. Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR als Fachbehörde, die das Bundeslandwirtschaftsministerium wissenschaftlich berät, hatte im Oktober 2022 in einer Risikobewertung eine Regulierung von Nikotinpouches im Tabakerzeugnisgesetz empfohlen. Die Verbraucherschutzministerkonferenz hatte bereits im Mai 2021 eine Regulierung im Tabakrecht gefordert. Wie erfolgreich dieser Weg sein kann, zeigt das Beispiel Schweden, über das zuletzt umfassend medial berichtet wurde: Die Absenkung der Raucherquote in der schwedischen Bevölkerung auf fünf Prozent ist im Wesentlichen auf den Umstieg ehemaliger Raucher auf rauchfreie Alternativprodukte zurückzuführen. In Deutschland sind tabakfreie Nikotinbeutel weiterhin nicht zugelassen und werden gegenwärtig von Verbrauchern ohne jede Marktüberwachung und ohne einen effektiven Kinder- und Jugendschutz über den Versandhandel aus dem Ausland bezogen.
Pressemitteilung vom 31.05.2023
Aromenverbote in E-Zigaretten sind falsch und wirkungsloser Aktionismus
(Berlin, 31.05.2023) Pünktlich zum Weltnichtrauchertag fordert der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung ein Verbot von süßen und fruchtigen Aromen in E-Zigaretten, um Jugendliche zu schützen. Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) lehnt die Verbotsvorschläge entschieden ab. Inhaltsstoffe von E-Zigaretten und Liquids sollten nur reguliert werden, wenn eine erhöhte Schädlichkeit zu erwarten ist.
„Der Vorschlag von Herrn Blienert ist reiner Aktionismus“, erklärte Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des BVTE heute in Berlin. „E-Zigaretten sind keine Einstiegsprodukte und Aromen keine treibende Kraft für den jugendlichen Nikotinkonsum.“
Die vorgeschlagenen Aromenverbote würden vorwiegend erwachsene Dampfer einschränken, ohne den Jugendschutz zu stärken. Nach aktuellen Zahlen stagniert der Anteil regelmäßiger Dampfer bei Jugendlichen, sowie in allen Altersgruppen auf dem niedrigen Niveau der Vorjahre und wird aktuell auf 1,3 % geschätzt. Obwohl Dampfprodukte in vielfältigen Geschmacksrichtungen angeboten werden, bleibt die Prävalenz sehr niedrig und erfordert keine strengere Regulierung.
Von der Tabakkontrolle werden Schreckensszenarien gemalt, wonach Jugendliche mit bestimmten Aromen gezielt geködert werden. Die Annahme, dass bestimmte Geschmacksrichtungen für Kinder und Jugendliche besonders attraktiv sind, trifft allerdings nicht zu. Die Geschmackspräferenzen von Erwachsenen und Jugendlichen unterscheiden sich kaum. Eine Studie der niederländischen staatlichen Forschungseinrichtung RIVM ergab, dass süße und fruchtige Aromen von allen Altersklassen bevorzugt werden. Tabakaromen wurden dagegen von Rauchern und Nichtrauchern altersunabhängig als wenig ansprechend bewertet. Die geschmackliche Vielfalt kann für erwachsene Raucher ein wichtiger Motivationsfaktor sein, um E-Zigaretten dauerhaft zu nutzen. Fast die Hälfte der aktuellen Dampfer verzichtet mittlerweile vollständig auf Tabakzigaretten in Deutschland.
„Der BVTE unterstützt einen starken Jugendschutz“, betont Jan Mücke und fordert die konsequente Durchsetzung der bestehenden Abgabeverbote und Alterskontrollen im Handel. Jugendschutz darf kein Vorwand werden, um nur noch den Verkauf unattraktiver Waren an Erwachsene zu gestatten. Das Potenzial von Dampfprodukten zur Rauchprävention wäre dadurch ernsthaft gefährdet.
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Jan Mücke
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