Pressemitteilung vom 25.03.2026
Anteil nicht versteuerter Zigaretten auf neuem Höchststand / BVTE warnt vor Wiederholung rot-grüner Fehler in der Tabaksteuerpolitik
Anteil nicht versteuerter Zigaretten auf neuem Höchststand /
BVTE warnt vor Wiederholung rot-grüner Fehler in der Tabaksteuerpolitik
Der Anteil der in Deutschland nicht versteuerten Zigarettenpackungen ist im Jahr 2025 auf den höchsten Wert seit über zehn Jahren gestiegen. Wie der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) mit der Vorstellung der Jahresergebnisse zeigt, erhöhte sich der bundesweite Anteil gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozentpunkte auf 20,9 Prozent.
„Heute ist wieder jede fünfte Zigarette, die in Deutschland geraucht wird, nicht hier versteuert“, erklärt BVTE-Hauptgeschäftsführer Jan Mücke: „Diese Entwicklung ist ein deutliches Warnsignal an die Politik.“
Für die fortlaufende Untersuchung wurden 2025 insgesamt rund 161.000 entsorgte Zigarettenpackungen analysiert. Besonders hoch bleibt der Anteil von Packungen ohne deutsches Steuerzeichen mit 41,6 Prozent in Ostdeutschland, auch wenn der Anstieg gegenüber 2024 mit 0,6 Prozentpunkten moderat ausfällt. Dagegen stieg das Niveau in den alten Bundesländern um 1,2 Prozentpunkte auf nunmehr 15,7 Prozent an.
Fehler rot-grüner Tabaksteuerpolitik nicht wiederholen
Vor diesem Hintergrund und angesichts aktueller Forderungen aus der Regierungskoalition nach einer deutlichen Erhöhung der Tabaksteuer warnt der BVTE vor einer Wiederholung der katastrophalen Tabaksteuerpolitik der rot-grünen Bundesregierung Anfang der 2000er.
„Die Koalitionspolitiker stehen vor der Entscheidung: Wollen sie aus den Fehlern der Vergangenheit lernen – oder sie wiederholen?“, so Mücke. „Die Tabaksteuerpolitik der rot-grünen Bundesregierung ist das Lehrstück dafür, wie man gesundheitspolitisch ins Leere läuft und fiskalisch ins Minus.“
Zwischen 2002 und 2005 wurde die Tabaksteuer zur Finanzierung eines Anti-Terror-Pakets und versicherungsfremder Leistungen in der Krankenversicherung in kurzer Folge fünfmal deutlich erhöht. Das Ergebnis war keine nachhaltige Reduktion des Rauchens, sondern eine massive Ausweichbewegung: Verbraucher wichen auf günstigere Produkte aus, indem sie etwa zum Einkauf über die Grenze fuhren oder auf illegale Angebote vom Schwarzmarkt zurückgriffen. Statt der erwarteten Mehreinnahmen musste der damalige Bundesfinanzminister Hans Eichel einen Einnahmerückgang verbuchen.
„Die damalige Politik hat gezeigt: Wer die Preisschraube überdreht, verliert die Kontrolle über den Markt“, warnt Mücke. „Es wäre schwer erklärbar, wenn ausgerechnet die jetzige Regierung eine Politik fortsetzt, deren Scheitern historisch gut dokumentiert ist.“
Illegale Märkte profitieren – Staat verliert
Der „Schwarzmarkt-Tracker“ des BVTE-Mitgliedsunternehmens Imperial Brands Reemtsma, für den offizielle Meldungen von Zoll und Polizei ausgewertet werden, zeigt zugleich für 2025 eine besorgniserregende Dynamik im Bereich des illegalen Handels. Der wachsende Anteil nicht in Deutschland versteuerter Zigaretten bedeutet nicht nur einen erheblichen Einnahmeausfall, sondern auch einen wachsenden staatlichen Kontrollverlust durch die Stärkung illegaler Strukturen, die einen Teil der Nachfrage bedienen. Der Schwarzmarkt entzieht sich staatlicher Aufsicht, missachtet Jugendschutzbestimmungen und unterläuft bestehende Regulierung.
„Überzogene Steuerpolitik ist der verlässlichste Wachstumstreiber für den illegalen Handel“, so Mücke: „Am Ende verlieren alle: der Staat, die Wirtschaft und auch der Verbraucher- und Jugendschutz.“
Methodik der Untersuchung
Seit August 2004 werden in mehr als 22 repräsentativ ausgewählten Entsorgungsgebieten der dualen Systeme in Deutschland monatlich mindestens 500 Zigarettenschachteln pro Entsorgungsstation gesammelt. Insgesamt werden so mindestens 12.000 Schachteln pro Monat erfasst.
Ergänzend werden seit 2014 Straßensammlungen durchgeführt, um auch nicht durch Entsorgungsstationen abgedeckte Bereiche einzubeziehen. Im Jahr 2024 wurden dabei bundesweit über 26.000 Schachteln gesammelt.
Für das Jahr 2025 wurden insgesamt rund 161.000 Zigarettenpackungen ausgewertet.
Abb.: Grafik Entsorgungsstudie Deutscher Zigarettenverband DZV
DZV-Grafik Steuerprognosen und -einnahmen
Schwarzmarkttracker Imperial Brands Reemtsma
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