Daten zum Tabakmarkt

Tabaksteuer
Absatz Tabak­produkte
Schmuggel

Nachfolgend finden Sie Informationen zur Tabaksteuer, Absatz von Tabakprodukten und Schmuggel. Zum Bereich der E-Zigaretten werden voraussichtlich im Herbst 2020 aktuelle belastbare Zahlen vorliegen und an dieser Stelle veröffentlicht.

Tabaksteuer

Die Tabaksteuer

ist eine Verbrauchsteuer, die von der Zollverwaltung erhoben wird und in den Bundeshaushalt fließt. Die Tabaksteuer wird auf folgende Produkte mit unterschiedlichen Tabaksteuersätzen erhoben:

  • Zigaretten
  • Zigarren und Zigarillos
  • Feinschnitt
  • Pfeifentabak
    • Darunter klassischer Pfeifentabak, Wasserpfeifentabak und Tabakerhitzer - auch Heat not Burn Produkte genannt.

Keine Tabaksteuer wird auf kleine Nischenprodukte, wie z.B. Schnupf- oder Kautabak erhoben. Auch E-Zigaretten unterliegen in Deutschland nicht der Tabaksteuer.

Im Jahr 2019 nahm der Bund durch die Tabaksteuer über 14 Mrd. Euro ein, wobei über Zigaretten der größte Anteil an Einnahmen erzielt wurde.

Absatz von Tabakprodukten

Die Absatzzahlen

zu Tabakprodukten werden vom Statistischen Bundesamt vierteljährlich veröffentlicht. Die Zahlen beruhen auf dem Bezug von Steuerzeichen. Eine lange Zeitreihe wird ebenfalls vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht:

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Informationen


Schmuggel

Schmuggel

ist ein ernstzunehmendes Problem für die ganze Gesellschaft. Nicht nur dem Staat entgehen Steuern, auch die Wirtschaft wird geschädigt und die Konsumenten erhalten minderwertige Ware oder gefährden sogar ihre Gesundheit.

Geschmuggelt wird ein breites Spektrum von Produkten, ins besonders Luxusartikel wie Uhren, Kleider, Kosmetik oder pharmazeutische Produkte, die in den Herkunftsländern zu deutlich niedrigeren Preisen angeboten werden. Mit dem Schmuggel ist die Fälschung von Produkten eng verbunden, weil sich damit noch höhere Gewinnmargen erzielen lassen.

Zigaretten zu schmuggeln und zu fälschen ist besonders lukrativ, da niedrige Produktionskosten hohe Profite ermöglichen.

Die Zigarettenpreise innerhalb der EU variieren stark und fallen in den EU-Nachbarländern noch drastischer ab (z.B: Ukraine, Algerien), was den Schmuggel fördert. Für Tabakerzeugnisse gelten in der EU generell hohe Steuersätze. Zum Beispiel liegt die Gesamtsteuerlast inkl. Mehrwertsteuer bei rund 70 Prozent in Luxemburg und reicht bis zu über 90 Prozent in Großbritannien, wenn man den gewichteten Durchschnittspreis von Zigaretten als Grundlage nimmt.

Deutschland grenzt unmittelbar an Länder an, in den die Zigaretten wesentlich billiger sind.

Bedingt durch massive Tabaksteuererhöhungen nach 2000 kam es zu deutlichen Inlandseinbrüchen beim Absatz von Zigaretten. Um zu untersuchen, ob dieser Rückgang durch Reduktion des Zigarettenkonsums begründet war, oder ob die Konsumenten sich anderweitig mit Zigaretten versorgten, wurde die sogenannte „Entsorgungsstudie“ initiiert. Im Fokus der Studie steht die Schätzung der in Deutschland gerauchten Zigaretten, die nicht in Deutschland versteuert wurden. Dazu werden repräsentativ Zigarettenschachteln aus dem Entsorgungsgut von Sortieranlagen oder weggeworfene Schachteln auf der Straße gesammelt.

Eine ausführliche Beschreibung der Studie findet sich auf der Website des Deutschen Zigarettenverbandes. Hier sind auch die jeweils aktuellen Werte zu finden.

Die ausländischen Zigarettenpackungen können legal über Reisen und Grenzeinkäufe nach Deutschland gebracht worden sein, wenn sie in der legal zulässigen Menge für den Eigenbedarf erworben wurden. Illegal in kleineren Mengen bis hin zum organisierten Schmuggel wird ein großer Anteil der nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten ins Land gebracht.

Nach Schätzung einer europaweiten Studie, die auch mit den Daten der Entsorgungsstudie aus Deutschland arbeitet, entsteht durch Zigarettenschmuggel den EU-Staaten Steuermindereinnahmen von 10 Mrd. Euro.

In einem Aktionsplan gegen Schmuggel setzt die EU neben der Strafverfolgung, politischen Maßnahmen und Aufklärung der Konsumenten auf zwei zentrale Schwerpunkte:

  • Auf globaler Ebene auf das Protokoll zur Unterbindung des unerlaubten Handels mit Tabakerzeugnissen zum Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (FCTC-Protokoll“)
  • Auf EU-Ebene auf ein Rückverfolgbarkeitssystems für Tabakerzeugnisse: Seit 20.05. 2019 wird entlang der Lieferkette vom Hersteller bis zur ersten Verkaufsstätte der Weg der Tabakprodukte durch ein sogenanntes Track and Trace System in allen EU-Ländern überwacht.

Fraglich ist jedoch, ob das aufwendige und teurere Rückverfolgungssystem, dass die legale Lieferkette kontrolliert, tatsächlich das geeignete Instrument zur Schmuggelbekämpfung ist. Illegale Produktionsstätten, Schmuggelwaren und Fälschungen werden von dem System gar nicht erfasst. Hinzu kommt, dass das Rückverfolgbarkeitssystem selbst nach einem Jahr immer noch störanfällig ist und getrackte Ware, aufgrund von technischen Fehlermeldungen nicht in der Lieferkette weitertransportiert werden kann.

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